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Promenadenpost

Die Aktuelle Ausgabe Nr. 04 (Dezember 2011)
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48 Stunden Neukölln

Sandstrände für zwischendurch

Dieses großformatige Bild war während 48 Stunden Neukölln in der Genezarethkirche zu sehen. Foto: S. Engelbrecht
Dieses großformatige Bild war während 48 Stunden Neukölln in der Genezarethkirche zu sehen. Foto: S. Engelbrecht

Fünf Jahre lang malte William F. Brennon an seinem zumindest flächenmäßig größten Bild. Doch nun ist es endlich fertig und seht in der Galerie in der Lichtenrader Straße. Gleich zu Beginn des Kunst- und Kulturfestivals 48 Stunden Neukölln Ende Juni war die Galerie am Freitagabend gut besucht. Brennon zeigte dort knapp 20 seiner Werke. Abstrakte und farbenfrohe Malerei findet sich hier ebenso wie impressionistische Küstenlandschaften. „Letztere habe ich immer mal so zwischendurch gemalt“, sagte Brennon. Ein bis zwei Tage und der Sandstrand sei fertig, fügt er hinzu. Brennon stammt ursprünglich aus Kalifornien, und von dort hat er auch die meisten Erinnerungen auf die Leinwand gebracht.

48 Stunden Neukölln, das heißt für die Besucher wie in jedem Jahr auch schnelle Ortswechsel, viele Galerien besuchen und Konzerte hören. Von Freitag bis Sonntag konnten kostenlos bildende Kunst, Theater, Tanz und Performances, Lesungen, Führungen und Feste auf Straßen und Plätzen, in Galerien, Ateliers und Privatwohnungen, in Theatern und an temporären Kulturorten erlebt werden. Damit locke der Stadtteil seit einigen Jahren immer mehr KünstlerInnen, BesucherInnen und (neue) BewohnerInnen aus aller Welt an und erweise sich als einer der kreativsten und weltoffensten Standorte in Berlin, heißt es auf der Homepage www.48-stunden-neukoelln.de.

Auch der Schillerkiez beteiligte sich in diesem Jahr wieder mit seiner Filiale KulturTatort an dem Festival, das bereits zum zwölften Mal den Blick auf das kulturell enorm expandierende Nord-Neukölln lenkt.

Und in diesem Jahr kamen deutlich mehr Gäste in das Quartier am Rande des Tempelhofer Flugfeldes. Immer wieder schlenderten am Samstagmittag Spaziergänger durch die Genezarethkirche und betrachteten die Bilder, die in den Seitenräumen ausgestellt waren. Vor allem das großformatige Bild „Goma in Genezareth“ hinter dem Altar beeindruckte die Besucher. Es zeigt einen Strom von Flüchtlingen – die Rast auf der Flucht. Das Motiv ist der schnelllebigen Medienberichterstattung entnommen. Außerdem zeigte die Kirche eine Ausstellung des Künstlers Vilson Souza. Und in den Turbulenzen am Herrfurthplatz gab es Anlass zum Nachdenken. Die Ausstellung nannte sich „Kom|bi|na|ti|on, die; -, -en [spätlat. combinatio = Vereinigung]: eine logische Verbindung von Informationen, die zu einer Schlussfolgerung führt“.

Große Fantasie und noch mehr Geschick stellten außerdem die Batman-Geschwister unter Beweis. Die Ausstellung „Elektronik Kunst“ ließ alte Elektrogeräte als hübsche weibliche Puppen  <//span>wieder auferstehen. In den Räumen des Geschäftes Batman Elektronik zeigte außerdem der Mitgründer des Kunsthauses TACHELES, Kemal Cantürk, seine Objekte, die er aus Metallschrott zu wundersamen Kunstwerken verwandelte.