Argentinien-Besuch
Buenos Aires trifft Neukölln – Stadtentwicklungsminister Chain besucht Quartiersbüro

- Der Stadtentwicklungsminister von Buenos Aires, Daniel Chain (zweiter v. re.) vor dem Quartiersbüro in der Schillerpromenade. Foto: S. Engelbrecht
Die Probleme in der südamerikanischen Metropole Buenos Aires sind sicherlich nicht mit den sozialen Herausforderungen in Berlin zu vergleichen. Gerade deshalb lohnt sich aber ein Austausch über Ideen und Anregungen. Am vergangenen Donnerstag (12. Februar) informierte sich der Stadtentwicklungsminister von Buenos Aires, Daniel Chain, in den Räumen des Quartiersmanagements Schillerpromenade über die Quartiersarbeit im Schillerkiez.
Besonders beeindruckt war Chain von der Dimension des Programms Soziale Stadt (EU, Bund, Land Berlin). So seien in den vergangenen zehn Jahren mehrere Millionen Euro in die Schillerpromenade geflossen, sagte Team-Leiterin Kerstin Schmiedeknecht. Damit seien zunächst zahlreiche Baumaßnahmen an den öffentlichen Orten, den Grünanlagen, den Spielplätzen oder Schulen umgesetzt worden. Außerdem gebe es mittlerweile Jugendclubs wie das "Yo22!" oder den Eltern und Jugendtreffpunkt "Am Tower".
Wichtig sei auch die Beteiligung der Bewohner des jeweiligen Gebietes. Der Quartiersbeirat des Quartiersmanagements kann im Schillerkiez mit über die Verwendung der öffentlichen Gelder entscheiden. Vor allem die Ansätze der aufsuchenden Elternarbeit interessierte den Minister. Als international anerkanntes Projekt gelten hierbei die im Jahr 2004 durch das QM Schillerpromenade initiierten "Stadtteilmütter". Holger Hübner von der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung wies daraufhin, dass das Projekt jetzt auch im Bezirk Mitte und in anderen europäischen Städten umgesetzt werde.
Auch in Buenos Aires müsse sich die Stadtverwaltung um Migranten und deren Integration in die Gesellschaft kümmern, berichtete Chain. Die erfolgreichen Berliner Projekte könnten aber nicht alle eins zu eins übertragen werden. So würden sich die vielen Natioalitäten in seiner Stadt schon immer weitgehend für sich organisieren. Auch seien die sozialen Probleme dort wesentlich gravierender. Er nannte dabei vor allem die Verwahrlosung der Randbezirke der argentinischen Stadt und die Slumbildung in einigen Bezirken.
Chain war im Rahmen einer dreitägigen Informationsreise in Berlin und Neukölln unterwegs. Schwerpunkte waren dabei vor allem der Straßenverkehr und der geplante Umbau der Berliner Staatsoper.








