html_5 Quartiersmanagement Schiller-Kiez: Farbanschlag
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Farbanschlag auf das QM-Büro

Am 27.Juni haben wir unser Büro so vorgefunden wie auf den Bildern zu sehen ist. Der erneute Anschlag reiht sich ein in eine lange Serie von Versuchen das QM im Kiez zu diskreditieren. Doch nicht nur das QM ist im Focus der Anschläge. Zuletzt wurde ja die Schillerbackstube angegriffen und hierzu gab es wenigstens ein Bekennerschreiben. Gegner einer gefühlten Gentrifizierung schwingen sich dazu auf mit solchen Aktionen die Veränderungen im Kiez verhindern zu wollen. Nicht nur die angewendeten Mittel sind grundfalsch, auch der Ansatz zeugt von einem tiefen Unverständnis der Entwicklung!

Gentrifizierung...

Das Phänomen wurde inzwischen mehrfach wissenschaftlich analysiert. Dabei wurde festgestellt, dass der Prozess der Aufwertung eines Gebietes selbst in zwei verschobenen Phasen stattfindet: ein sogenannter doppelter Invasions-Sukzessionsprozess. Aus dem Auftreten der Ersten Phase -Zuzug von Pionieren: Junge, Studenten, Kreative-  muss jedoch nicht immer zwangsläufig die zweite Phase -der tatsächliche Zuzug von Gentrifiern: Besserverdienende, Unternehmer,dinks- folgen. 

Es ist ein komplexer Prozess in dem viele Faktoren eine Rolle spielen: Lage des Gebietes in der Stadt, Höhe der bisher erzielten Mieten und der in Zukunft zu erzielenden, die Bewohnerstruktur, vor allem aber auch die Eigentümerstruktur, der lokale und der internationale (Immobilien)Markt sowie natürlich auch die Zielsetzung der lokalen wie nationalen Politik. Gentrifizierung lässt sich also weder durch Anschläge auf Kleinunternehmer noch auf QM-Büros stoppen oder beeinflussen, denn weder der kreative Kleinunternehmer noch ein Quartiersmanagement steuern den Prozess (interessant dazu ein Interview mit dem Stadtforscher Neil Smith im MietEcho). Die Entwicklung eines Gebietes ist vor allem an die Organisation des Wohnungsmarktes geknüpft, die vor allem durch staatliche Regulierung beeinflusst werden könnte. 

Gewollte Aufwertung?

Weder die platte Ablehnung von Gentrification noch feige Gewaltaktionen halten den Prozess auf und bringen den Stadtteil weiter! Die Frage ist vielmehr: Welche Art der Aufwertung eines benachteiligten Gebietes ist richtig und wichtig? Die Tatsache aus einem benachteiligten Gebiet zu kommen, wird oft auch zur Benachteiligung für seine Einwohner, sei es im Bildungsweg oder auf dem Arbeitsmarkt. Diese Stigmatisierung gilt es zu verhindern und die Kiezbewohner mit allen Möglichkeiten zu stärken. Denn Ziel des QM ist es, einen Stadtteil so zu begleiten, dass die dort ansässigen Bewohner nicht in andere Stadtteil verdrängt werden wo die gleichen Probleme zutage treten, sondern, dass sie an der positiven Entwicklung des Kiezes teilhaben und sie mitgestalten können, um selbst von den Entwicklungen zu profitieren. 

Und profitieren können die Kiezbewohner vom steigenden Interesse am Schillerkiez: sei es durch die Verbesserungen von Kinder- und Jugendeinrichtungen oder die Programme zur Unterstützung der Schulen oder der frühkindlichen Entwicklung, die z.B. auch durch das QM angestoßen und gefördert werden. Oder vielleicht einfach nur durch kleine aber sichtbare Veränderungen der Nutzung von öffentlichen Räumen im Kiez oder eben durch von kleinen Unternehmen neu geschaffene Jobs in Galerien, Bars und Shops.

Die Möglichkeiten einen Kiez gemeinsam für alle zu verbessern sind vorhanden, allerdings klappt dies ganz sicher nur miteinander und mit Mitteln der Kommunikation die gewaltfrei und solidarisch sind!

Gemeinsame Projekte!

Die Hauptaufgabe des QM-Teams ist die Vergabe von Mitteln für soziokulturelle  Projekte. Das QM ist weder selber Immobilieneigentümer, noch plant es Sanierungen oder Neubauten!  Das QM vergibt gemeinsam mit gewählten Bürgergremien wie der Vergabejury (für Projekte unter 1000 ) und dem Quartiersrat (für Projekte ab 1000€) Mittel für Projekte, die von den Bewohnern des Kiezes vorgeschlagen und durchgeführt werden können: sei es das jährliche Kiezfest, die Hausaufgabenhilfe und Begabungsförderung an den Grundschulen, die Woche des Besuchs an Kirchen und Moscheen, die Herausgabe einer Kiezzeitung oder die Einrichtung eines Bürgerzentrums. Der Beteiligungsprozess ist offen und transparent, die Sitzungen des Quartiersrates z.B. sind öffentlich und werden auf diesem Portal bekannt gegeben.

Das QM-Team steht jederzeit für die Entwicklung und Betreuung von Projektideen für den Kiez zur Verfügung, am liebsten jedoch ohne morgendliche Überraschungen aus Farbe, Glasscherben und zerstörten Jalousien!