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Promenadenpost

Die Aktuelle Ausgabe Nr. 04 (Dezember 2011)
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Hundepark statt Friedhof?

Würde der Friedhof zum "Hundepark", könnte sich der jetzige Zustand sogar bessern: Die Freunde vom "Bunten Hund" könnten für Sauberkeit sorgen (was sie seit Wochen auf dem "Grünen Weg" bereits tun, der öffentlichen Verbindung entlang der Einflugschneise von der Oder- bis zur Herrmannstraße- siehe Foto) und die Grünflächen pflegen. "Unsere wichtigste Bedingung ist aber, dass die Hunde hier frei herumlaufen können", meint Thomas Hinrichsen, die treibende Kraft der Interessengemeinschaft. Schließlich müsse Hunden ein artgerechtes Leben ermöglicht werden, und Hundesteuer zahle man schließlich auch.
Die St. Thomas-Gemeinde indessen steht vor dem Problem, dass sie eigentlich Geld braucht: Wegen der Lage unter der Einflugschneise wurde der Friedhof über die Jahrzehnte immer weniger genutzt, weswegen sich ein ziemlicher Schuldenberg angehäuft hat. "Mittlerweile zahlen wir aus dem Gemeindehaushalt mehr als 20.000 Euro im Jahr nur für die Zinsen und eine minimale Tilgung", sagt Pfarrer Christian Müller, "und dieses Geld fehlt bei der Gemeindearbeit". Kein Wunder, dass die Gemeinde die Hoffnung hat, das Gelände irgendwann nutzbringend verwerten zu können.
Dennoch ist sie daran interessiert, dass sich jemand um das Areal kümmert, weshalb eine Verpachtung "für maximal zehn Jahre" auch nicht ausgeschlossen wird. Dafür müsste als Partner aber ein Verein gegründet werden.
Die Hundehalter wären dazu bereit, nur über die Höhe bestehen gewisse Differenzen. Die Kirche hat laut Bunter Hund mindestens fünfzig Cent Pacht pro Quadratmeter und Jahr im Sinn, bei insgesamt rund 10.000 Quadratmetern Fläche wären das 5.000 Euro. "Die könnten wir aber nicht aufbringen, sagt Thomas Hinrichsen, 2.000 plus Pflege wären das Äußerste. Pfarrer Christian Müller widerum packt dieses Problem von einer ganz anderen Seite an, indem er anmerkt, dass ein Hundeplatz "auf der ganzen Fläche gar nicht denkbar" sei. Wie auch immer, die St. Thomas-Gemeinde hat sich mit den Aktivitäten des Bunten Hundes noch nicht beschäftigt, Ende Oktober tagt ihre Verwaltungskommission zum Thema.
Das Quartiersmanagement der Schillerpromenade, das sich seit seinem Bestehen mit dem Thema beschäftigt, versucht derzeit, eine praktikable Lösung zu finden: Der kirchliche Träger "Die Wille" und Stattbau erarbeiten ein Nutzungskonzept für die gesamte Umgebung nicht nur den St. Thomas-Friedhof, sondern auch die Friedhöfe der Jerusalems- und der Neuen Kirchengemeinde-Friedhof an der Oderstraße, insgesamt eine Fläche von 27.000 Quadratmetern. Dabei wird eine Nutzung angestrebt, die allen möglichen Nutzergruppen gerecht wird", erklärt Quartiersmanagerin Kerstin Schmiedeknecht.
In der Vergangenheit sind die Pläne immer daran gescheitert, dass das Bezirksamt den Anspruch hat, die Flächen wenigstens zum größten Teil öffentlich zugänglich zu gestalten, gleichzeitig aber kein Geld dafür da ist. Nun bemühen sich die Beteiligten, eine möglichst ausgewogene Mischung hinzubekommen, und Mieter können auf Mietergärten hoffen, Schulen auf Schulgärten, Kinder auf einen Streichelzoo, Jugendliche auf eine Skaterbahn, Hundefreunde auf ein Auslaufgebiet und alle anderen auf Ruhebereiche ohne Vierbeiner. Insgesamt wird also eine Mischung von gewerblichen, gemeinnützigen, halböffentlichen und öffentlichen Nutzungen angestrebt, die sich ergänzen und die ein attraktives Freizeitgelände für die Nachbarschaft, vorrangig aber für Neuköllner Kinder und Jugendliche ergeben. "Wir wollen schließlich alle Interessenten bedienen, und das ist auch nötig in solch einem Gebiet", ist sich Quartiersmanagerin Schmiedeknecht sicher.

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Bernhard Michalsky vom Berliner Abendblatt.