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Promenadenpost

Die Aktuelle Ausgabe Nr. 04 (Dezember 2011)
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Offene Räume

Im Gespräch mit den Kiezreportern. Aurelia Defrance erklärt ihre Konzept für die Kunstgalerie PMGalerie in den Selchower Straße. Foto: S. Engelbrecht
Im Gespräch mit den Kiezreportern. Aurelia Defrance erklärt ihre Konzept für die Kunstgalerie PMGalerie in den Selchower Straße. Foto: S. Engelbrecht

Bei einem Rundgang durch den Schillerkiez haben die Kiezredakteure in der vergangenen Woche etwas Seltsames entdeckt. In einer Erdgeschosswohnung waren alle Fenster und Türen ausgebaut, in dem frei zugänglichen Raum stand ein großer Würfel mit lauter Bauschrott. Ein Gespräch mit der Mieterin brachte Licht in die Angelegenheit.

Wieso sind da unverschlossene Räume, in einem Kiez, in dem man vielleicht doch seine Haustür immer abschließen sollte? Wie kann es sein, dass eine Hausfront im Erdgeschoß offen ist? „Komm, da gehen wir mal rüber und schauen“, sagten sich die beiden. Ein Kubus von unten und innen beleuchtet, erbaut aus gerahmten Glasflächen steht mitten im Ladenraum der Selchower Str. 12. Im Inneren des knapp drei Meter großen Gegenstandes sieht es aus wie auf einer nicht aufgeräumten Baustelle. Bei genauerem Hinsehen fällt ein Neon-beleuchtetes Werbeschild mit der Aufschrift „Open Spaces“ auf. Ein neues Kunstprojekt hat sich hier angesiedelt, wird nun schnell klar, die aktuelle Ausstellung beschäftigt sich mit offenen Räumen und dem freien Zugang zu der Wohnung.

Drei französische Künstler (Mathieu Girard, Antonin Giroud Delorme und Antoine Nessi) um die Kuratorin der PMGalerie, Aurelia Defrance, hatten vor rund zwei Wochen die Tür der Ladenfront sowie die Fenster aller Räume ausgebaut und zu dem Würfel verarbeitet. Ziel sei es, auf den Zusammenhang von geschlossenen und offenen Räumen hinzuweisen. Auch die Umgebung wurde mit einbezogen. So findet sich der Grafitti-Zug (auch Tag genannt) auf dem Bauschrott innerhalb des Würfels wieder.

Die Finissage am vergangenen Freitagabend wollten sich die Kiezreporter nicht entgehen lassen. Sie sollte zeigen, welche holzgerahmten  Glaselemente ursprünglich an welchem Platz waren. Denn die Künstler bauten alles wieder zusammen, damit Ende August de nächste Ausstellung geeignete Räume vorfindet. Leider war der Rückbau bereits Stunden zuvor erfolgt, sodass die „offenen Räume“ bereits wieder verschlossen waren, als die gut besuchte Finissage begann. Kein Wunder, schließlich gelingt solch ein Rückbau auch nicht in einer Stunde.

Bertram Weise / Jürgen Hillbrandt