“Open Air Kneipen” rund um die Schillerpromenade

Die Parkbank wird zum Barhocker, der Verteilerkasten zum Tresen, Baum und Gebüsch zum Männerklo, die Straße zum Abfalleimer. Thomas Hinrichsen fragte Anwohner dazu nach ihrer Meinung und nach Verbesserungswünschen. Zahlreiche Befürworter von „Open Air Kneipen“ wollten sich vor der Kamera nicht äußern.

- (Bildquelle: C. Eckelt)
Sandra Völ. (1): Es ist eklig, wenn Menschen hier öffentlich Alkohol trinken, von morgens bis abends, und Männer ihre Notdurft an Bäumen und Gebüschen verrichten. Und dann sind noch Kinder dabei. Was geben denn die Erwachsenen für ein Vorbild?
Sascha Vog. (1): Seit fünf Jahren lebe ich hier. Mit meinem Hund bin ich viel auf der Straße, als Kammerjäger auch in den Häusern. Leider muss ich beobachten, dass Hygiene und Sauberkeit nachlassen. Dagegen müssen wir alle gemeinsam vorgehen. Vermieter stehen auch in der Pflicht.

- (Bildquelle: C. Eckelt)
Dagmar Z. (2): Müssen nicht mehr öffentliche kostenlose Toiletten her? Wir sollen doch alle für unsere Gesundheit viel Flüssigkeit trinken, damit meine ich nicht Alkohol. Ich finde es gut, dass das Café Selig existiert. Seither haben wir einen guten Treffpunkt, und betrunkene Männer wagen es nicht mehr so oft, an die Genezareth Kirche zu pinkeln.

- (Bildquelle: C. Eckelt)
Detlef Chr. (3): Ich lebe seit 45 Jahren von Kindheit an im Kiez. Das wird ja immer schlimmer. Das Ordnungsamt muss noch mehr durchgreifen. Außerdem finde ich es gut, wenn alle Bürger die Schillerpromenade nutzen, zum Beispiel zum Boccia spielen. Wenn dabei mal ein Bier getrunken wird, habe ich nichts dagegen.

- (Bildquelle: C. Eckelt)
Alex B. (4): Ich komme aus Österreich, habe vorher im Wedding gelebt und finde es in Neukölln sehr gut. Da sieht es doch gar nicht so dreckig aus. Mit den vielen Hunden klappt es auch sehr gut. Es fehlen noch Studentenkneipen, aber auf dem Kindl-Gelände macht ja bald ein Club auf. Also: der Mensch hat wichtigere Probleme. Fleischessen ist beispielsweise schlecht für die Gesundheit und nur durch Tierquälerei möglich.

Christiane Sch. (5): Es wird doch immer mehr Alkohol verkauft, jetzt auch schon bei Bäckern. Solange hier alles verschmutzt, lassen sich Einzelprobleme nicht lösen. Die wachsende Zahl von Menschen aus dem Ausland muss sicher besonders angesprochen werden. Jedem Müllverursacher sollte man vielleicht mal den Dreck zu seiner eigenen Tür tragen. Vielleicht kommen wir so in die Köpfe dieser Leute herein.

- (Bildquelle: C. Eckelt)
Reinhild Schl. (6): Eine generelle Lösung weiß ich nicht. Aber mehr öffentliche Toiletten helfen schon. Das Ordnungsamt kann ja nicht alles machen.








