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Promenadenpost

Die Aktuelle Ausgabe Nr. 04 (Dezember 2011)
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Paradies für Scherzkekse

Fachverkäuferin von Zauber- und Scherzartikeln mit einem Schädel in der Hand
Mona Schmidt führt auch Schädel vor. Foto: R. Tober

Mona Schmidt neigt eher zum tief- als zum hochstapeln. Statt zu sagen, sie sei die Inhaberin vom "Zauberkönig", bezeichnet sie sich als Fachverkäuferin für Scherzartikel. Und die Frage, ob sie zaubern kann, beantwortet sie mit "Wenn jemand einen Trick vorgeführt bekommen will, dann mach ich das."

1978 übernahm ihr Vater, der Zauberer Günter Klepke, den kleinen Laden an der Hermannstraße: "Als er in den Ruhestand ging, war’s völlig selbstverständlich, dass ich das Geschäft weiterführe."

Es ist wahrlich einzigartig in Berlin, weil es sowohl Zauberzubehör als auch Scherzartikel anbietet. Außerdem gibt es eine riesige Auswahl an Karnevals- und Halloween-Kostümen und Deko-Utensilien. "Aber Scherzartikel gehen eindeutig am besten – trotz des Zauberbooms, den Harry Potter ausgelöst hat", sagt Mona Schmidt.

Ihr Fundus für alle, die andere auf die Schippe nehmen wollen, ist enorm. Gläser, mit denen keinem das kleckerfreie Trinken gelingt, stehen neben Hundekacke-Attrappen, Lachsäcken, Pupskissen, nicht öffnenden Flaschenöffnern und unausblasbaren Kerzen.

Nies- und Juckpulvertütchen liegen neben lecker aussehenden, aber ekelig schmeckenden Bonbons, saurem Popcorn, Stinkbombenpäckchen und Walnüssen, in denen String-Tangas stecken. "Scherzartikel, die nah am Alltag sind", so Mona Schmidt, "kommen am besten an." Viele davon gibt es schon ewig lange – Lachsäcke beispielsweise schon seit über 50 Jahren. Neuigkeiten sind hingegen rar: "Ab und zu kommen elektronische Sachen auf den Markt, aber die sind auch meist ruckzuck wieder weg."

Und mit der Lust, das Zaubern zu erlernen, verhält es sich bei vielen Potter-Nacheiferern ähnlich. Einen Zauberkasten oder die Anleitung für einen einzelnen Trick zu besitzen, macht noch niemanden zum Magier. Um andere mit Kunststücken beeindrucken zu können, müssen das Handwerk und die Show-Elemente drumherum geduldig geübt werden. Von 100 Leuten seien vielleicht gerade mal zwei dazu bereit, weiß Mona Schmidt. Und was man auch nicht vergessen dürfe: "Vor Bekannten oder der Familie zaubern, macht einen zum Einzelgänger. Weil man die Tricks schließlich nicht preisgeben darf, und das ist gerade bei Kindern ein großes Problem. Denn die können mit Sprüchen wie 'Ich bin aber nicht mehr dein Freund, wenn du mir den Trick nicht verrätst' oft schlecht umgehen."

Zauberkönig, Hermannstr. 84 – 90
Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 13 bis 18, Freitag 10 bis 18, Samstag 10 bis 13 Uhr

Text: M. Sauer/ Promenadenpost 2/2007