html_5 Quartiersmanagement Schiller-Kiez: „Kein Ufo landen lassen“ – ein Gespräch mit Helen Gegenmantel über die Raumkoordination im Schillerkiez und die Entwicklung der Begegnungsstätte Netzestraße
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„Kein Ufo landen lassen“ – ein Gespräch mit Helen Gegenmantel über die Raumkoordination im Schillerkiez und die Entwicklung der Begegnungsstätte Netzestraße

Hallo Helen, vielleicht kannst du dich erst einmal kurz vorstellen. Wie kamst du zu deiner Tätigkeit als Raumkoordinatorin im Schillerkiez und was hast du vorher gemacht?

Hallo, ich bin Helen Gegenmantel  und ich befasse mich mit der Raumkoordination der entstehenden Begegnungsstätte bzw. der Gemeinschaftsunterkunft und den Gemeinschaftsflächen, die der Evangelische Friedhofsverband Berlin Stadtmitte auf dem Friedhof Jerusalem V entwickelt. Ich habe auch vorher schon viel mit Neuankömmlingen gearbeitet und Menschen unterschiedlicher Herkunft beim Ankommen geholfen – ganz viel über Deutschunterricht, verschiedene Sprachförderprojekte und auch Theaterprojekte mit Kindern. Dann habe ich eine Weile in Chile an der Uni gearbeitet und dort Studenten auf das Studium in Deutschland vorbereitet, unter anderem mit interkulturellem Training. Außerdem habe ich spielerisch-sprachlich mit Geflüchteten in einer Gemeinschaftsunterkunft gearbeitet. Ja und jetzt bin ich hier beim Friedhofsverband gelandet.


Hattest du vorher schon einen Bezug zum Schillerkiez?

Ja. Ich sage immer „Ich wohne hier nicht, aber ich lebe hier“, bin also sehr viel im Kiez unterwegs und überhaupt auch in Neukölln. Deswegen passt das sehr gut jetzt auch beruflich hier anzudocken.

  

Was kannst du uns zu den inhaltlichen Schwerpunkten bzw. eurem Vorgehen im Projekt sagen?

Auf den Friedhöfen entstehen ja ganz viele neue Projekte, die gemeinwohlorientiert sind. Und man kann eine Gemeinschaftsunterkunft ja jetzt nicht wie ein Ufo in der Nachbarschaft landen lassen. Es ist uns wichtig, dass eine Gemeinschaft entsteht und dass sich die neuen Bewohner auch mit der alten Nachbarschaft vernetzen. Als Erstes wird also das Gebäude der Gemeinschaftsunterkunft entstehen – die ist bewusst klein gehalten, es sollen maximal 200 Bewohner werden. Uns das wird auch keinen Unterkunftscharakter haben, das sind schon richtige Wohnungen. In diesem Gebäudekomplex wird es unten Gemeinschaftsflächen geben, z.B. ein Café mit Waschküche, Beratungsräume, Versammlungsräume und eine Küche. Das steht erstmal allen Bewohnern offen, sodass sie sich selbst mit der Nachbarschaft vernetzen und z.B. Nachbarn einladen können.

 

Wann soll denn die Gemeinschaftsunterkunft bzw. Begegnungsstätte nun gebaut werden?

Es soll im Herbst losgehen, alles abhängig von den Baugenehmigungen natürlich. Also spätestens Ende dieses Jahres soll Baubeginn sein und dann geht das auch relativ schnell, da in Modulbauweise auf einer Bodenplatte gebaut wird. Es wird angepeilt, dass die Menschen schon im Frühjahr/Sommer nächsten Jahres einziehen können. Es wird erstmal die erwähnten Gemeinschaftsflächen für die Bewohner geben und im Laufe nächsten Jahres bis Anfang 2020 wird sich das öffnen und zur Begegnungsstätte werden, sodass dort dann auch die interessierten Akteure im Kiez Veranstaltungen anbieten können. Und an dem Punkt wird die Raumkoordination natürlich ganz wichtig: Zu schauen, wo es Raumbedarf gibt, wer welche Räume hat und welche Angebote nutzt und dass man sich da abstimmt, kooperiert, Interessenten weiterleitet. Und dass man damit auch die Verstetigung des Quartiersmanagements ein wenig abfedern kann.

 

Was sind momentan deine alltäglichen Aufgaben als Raumkoordinatorin?

Jetzt lerne ich gerade vor allem erst einmal Leute kennen, vernetze mich mit Akteuren und Initiativen hier im Kiez und schaue mir an, was die für Programme und Schwerpunkte haben. Dadurch, dass es mit der Begegnungsstätte noch etwas dauert, ist das zwar sehr lange Vorlauf, aber wir planen die Bespielung der Flächen auch schon mit einem Kuratorium aus Wohngruppen und anderen Trägern, die sich später auf den Flächen ansiedeln werden. Aber natürlich wird es nicht nur für Akteure sondern auch für alle Nachbarn offen sein. Da taste ich schon mal ab, wer Interesse hat und wo die Interessen genau liegen, wo wir Lücken füllen können und wo es Bedarf gibt. Ich habe das Gefühl, dass die vorhandenen Akteure schon sehr gut kommunizieren und zusammenarbeiten, sich absprechen und ergänzen. Das funktioniert schon super – was noch fehlt ist eben eine übergeordnete Raumkoordination. Langfristig wäre hier das Ziel, einen gemeinsamen Online-Raumkalender zu schaffen, um die optimale Nutzung der Räume im Kiez zu gewährleisten. Ich habe gehört es gibt zum Beispiel Bedarfe an großen Räumen für Kindergeburtstage. Um sowas werden wir uns auch bemühen.

 

Was wären denn die nächsten Beteiligungsmöglichkeiten und Veranstaltungen?

Es soll ein Herbstfest geben, an dem wir uns noch einmal vorstellen wollen und an dem alle Akteure eingeladen werden, sodass man uns als neue Begegnungsstätte schon mal kennen lernen kann und sich informieren kann, was genau gerade passiert. Es soll ja z.B. auch ein alternatives Verkehrskonzept und Mobilitätskonzepte für die Friedhöfe und den umliegenden Kiez geben. Es soll möglichst autofrei bleiben, den Kiez über neue Wegeführung zusammenrücken lassen und die gefühlte Barriere zwischen Süd- und Nordkiez mit der neuen Raumkoordination und Entwicklung abgebaut werden. Hier werden gerade z.B. Frischluftschneisen ermittelt und es wird weiterhin erkennbar bleiben, dass die Fläche mal ein Friedhof war: Möglichst grün, möglichst unversiegelt. Da sprechen wir gerade mit verschiedenen Kooperationspartnern und haben schon erste Ideen, wie man das gut lösen kann. Zum Verkehrskonzept wird es ebenso Veranstaltungen geben.

 

Auf was freust du dich am meisten bei deiner Arbeit?

Jetzt gerade macht mir schon total Spaß alles kennen zu lernen und es ist toll zu sehen, wie viele Leute es gibt, die sich sozial engagieren. Da einen tieferen Einblick in die Projekte im Kiez zu bekommen, finde ich super. Das macht Hoffnung! Und dann freue ich mich natürlich auch, wenn die Bewohner einziehen und es richtig losgeht. Die kennen zu lernen und zu sehen, was da noch alles möglich ist und zu sehen, wie das alles entsteht. Danach freue ich mich natürlich auf die nächste Phase, wenn die Begegnungsstätte richtig anläuft und nach außen in den Kiez wirken kann und umgekehrt. Ich glaube, da gibt es ganz viel Potenzial, dass alles zusammenwächst. Das kann sehr schön werden – und wird es auch!

 

Das Gespräch führten Helen Gegenmantel und Alina Schütze im Juni 2018 im QM-Büro. Hier können sie eine PDF-Version herunterladen.

Für Fragen zum Projekt wenden Sie sich gerne an info@quartiersmanagement.de